Die Kopien spätgotischer Altarbilder in der Lorenzkirche St. Georgen


St. Georgen im Schwarzwald entstand aus einer Klostergründung im Jahre 1084.
Das Kloster wurde durch Unruhen und Brände im Lauf der Jahrhunderte zerstört.
Zwischen den wenigen geretteten Kunstschätzen findet sich eine Tafel des Hochaltars
aus der Lorenzkirche mit zwei Gemälden:
"Anbetung der Hirten" und "Erzengel Michael und Heiliger Sebastian".
Sie wurden 1913 an die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe verkauft.

Im Rahmen des 2001 begonnenen St. Georgener Kulturprojektes "Klosterspuren" wünschte man die beiden Bilder wieder in der Lorenzkirche zu haben und vergab den Auftrag, sie originalgetreu zu kopieren, an Eva Jaeckle.

Die Originale stammen aus dem Jahr 1523 (evtl. 1532), einer Zeit des Übergangs von der Spätgotik zur Renaissance, in welcher die süddeutschen Städte eine Blütezeit erfuhren. Der Urheber der Gemälde ist unbekannt, arbeitete im Gebiet zwischen Rottweil und Konstanz und verwendete vermutlich einen damals sehr verbreiteten Kupferstich von Martin Schongauer zur Vorlage des Bildes "Anbetung der Hirten".

Die Kopien wurden in der originalen Größe (172x110,5 cm) auf Tannenholz angefertigt wie die Vorlagen. Sie sind maltechnisch dem Karlsruher Original nachempfunden; die Farbtöne sind mit modernen Farben nachgestellt.
Die vergoldeten Stellen sind ebenfalls aus echtem Blattgold.
Die Rahmen wurden von St. Georgener Firmen nach Originalrahmen gearbeitet.

Rezension vom 30.11.2004 im Südkurier
Verlorene Kunst kehrt zurück
Reproduktionen von zwei Altarbildern werden in der Lorenzkirche St. Georgen präsentiert.